Entschädigung für Verdienstausfall bei Quarantäne rechtzeitig geltend machen!

Arbeitnehmern und Selbständigen, die wegen einer Covid-19-Erkrankung oder des Verdachts auf eine Infizierung mit Sars-CoV-2 durch das Gesundheitsamt unter Quarantäne gestellt wurden, steht eine Entschädigung wegen des hieraus entstandenen Verdienstausfalles zu.

Die Voraussetzung hierfür sind im Einzelnen in § 56 des Infektionsschutzgesetz [https://www.gesetze-im-internet.de/ifsg/__56.html]geregelt.

Anspruchsberechtigt ist jeder, der

- tatsächlich erkrankt ist, oder

- krankheitsverdächtig ist, oder

- eine Ansteckungsquelle für die Allgemeinheit ist, ohne Symptome zu zeigen, oder

- bei dem auch ohne Symptome der Verdacht besteht, dass er Krankheitserreger aufgenommen hat.

 

Arbeitnehmern steht danach für sechs Wochen eine Entschädigung in voller Höhe des Verdienstausfalls zu. Ab der siebten Woche wird die Entschädigung in Höhe des Krankengeldes gezahlt.

Sofern Arbeitgeber hier bereits und Vorleistung gegangen sind und etwa Lohn oder Gehalt weiter gezahlt haben, können diese die Erstattung verlangen.

Eine Sonderkonstellation besteht bei behördlich angeordneter Kita- oder Schulschließungen. Müssen Eltern hier zu Hause bleiben, weil sie ihre Kinder nicht mehr in den Kindergarten bringen dürfen, besteht für die Sorgeberechtigten unter weiteren Voraussetzungen ebenfalls ein Entschädigungsanspruch.

Diesen Anspruch können auch Pflegeeltern im Sinne des § 33 des Achten Buchs Sozialgesetzbuch [https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_8/__33.html] geltend machen.

 

Bei Selbständigen muss besonderes Augenmerk auf die Höhe der Entschädigung gerichtet werden. Oft wird formelhaft von der Behörde lediglich auf den letzten Jahresgewinn abgestellt. Insbesondere bei Neugründungen oder jungen Unternehmen, oder bei Selbständigen mit einer starken Abweichung der Erträge im Jahresverlauf - z.B. Saisontätigkeiten, Gastronomie, Baugewerbe, Veranstaltungsmanager, Schausteller - reicht dies jedoch nicht aus, um den realen Verdienstausfall auszugleichen.

Selbständige sollten daher von Anfang an ihre Entschädigungsansprüche nur mit anwaltlicher/ fachkundiger Hilfe geltend machen.

 

Wichtig bei allen Anspruchsberechtigten ist immer, dass eine förmliche Quarantäneanordnung des Gesundheitsamts vorliegt. Betroffene sollten sich daher unbedingt den entsprechenden Bescheid der Behörde zustellen lassen.

Der Anspruch muss gegenüber der richtigen Behörde und spätestens vor Ablauf von drei Monaten geltend gemacht werden, da er ansonsten verfällt!

Liegen Arbeits-/ Tätigkeitsort und Wohnsitz in verschiedenen Bundesländern, gelten besondere Zuständigkeitsregeln.

 

ACHTUNG: Aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie und der Vielzahl der hiermit verbundenen  Mandatsanfragen zu Quarantäneentschädigungen, Kündigungen von Arbeitsverhältnissen, Arbeitslosigkeit, Miet- und Darlehenszahlungen, Unterstützungsleistungen und Notbetreuungen, können wir nicht alle Anfragen immer sofort beantworten.

Warten Sie daher bitte mit Ihrer Anfrage nicht bis zum letzten Moment, sondern melden Sie sich frühzeitig bei uns, damit wir alles Notwendige in die Wege leiten können, um Ihre Ansprüche noch rechtzeitig zu sichern.

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